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Interaktionen

Der Effekt einer Interaktion tritt dann auf, wenn die Beziehung zwischen (mindestens) zwei Variablen durch (mindestens) eine andere Variable verändert wird. In anderen Worten, die Stärke oder das Vorzeichen (die Richtung) einer Beziehung zwischen (mindestens) zwei Variablen verändert sich in Abhängigkeit des Wertes (der Stufe) anderer Variablen (der Begriff “Interaktion” wurde im Jahr 1926 von Fisher eingeführt). Der Ausdruck "verändern" impliziert in diesem Zusammenhang keine ursächliche Wirkung, sondern nur die einfache Tatsache, dass sich die Beziehung zwischen einigen Variablen in unterschiedlichen Teilmengen der Beobachtungen der veränderlichen Variablen unterscheidet.

Betrachten wir zum Beispiel eine Stichprobe mit sehr stark leistungsorientierten Schülern und eine weitere mit sogenannten "Leistungsverweigerern". Man kann nun diese Stichproben in zwei zufällige Hälften aufteilen und jeweils der einen Hälfte in jeder Stichprobe einen schweren Test und der anderen Hälfte einen leichten Test vorlegen. Es wird die Leistungsanstrengung der Schüler bei diesem Test gemessen. Die Mittelwerte dieser (fiktiven) Studie lauten wie folgt:

 

Leistungs-orientiert

Leistungsverweigerer

Schwerer Test

10

 5

Leichter Test

5

10

Wie kann man diese Ergebnisse interpretieren? Ist es z. B. richtig, hieraus zu schließen, dass erstens schwere Tests Anlass zu größeren Anstrengungen bieten oder zweitens leistungsorientierte Schüler sich stärker anstrengen als Leistungsverweigerer? Keine dieser Aussagen trifft den Kern dieses deutlich sichtbaren systematischen Musters der Mittelwerte. Die richtige Interpretation der Ergebnisse besteht darin, dass schwere Tests nur zu größeren Anstrengungen bei leistungsorientierten Schülern führen, während leichte Tests nur bei Leistungsverweigerern zu größeren Anstrengungen führen. Der Zusammenhang zwischen der Leistungsbereitschaft der Schüler und der Schwierigkeit des Testes ist auch in der einen Gruppe positiv und in der anderen Gruppe negativ. Die Leistungsorientierung und die Testschwierigkeit interagieren somit bezüglich des Einflusses auf die Leistungsanstrengung. In diesem Beispiel handelt es sich um eine zweifache Interaktion zwischen Leistungsbereitschaft und Testschwierigkeit. Die oben getroffenen Aussagen 1 und 2 würden in diesem Zusammenhang die sogenannten Haupteffekte beschreiben.

Weitere Informationen finden Sie im Hilfethema Interaktionseffekte.