STATISTICA technische Beschreibungen
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Automatisierung mit STATISTICA Visual Basic
Die dem Industriestandard folgende Programmiersprache STATISTICA
Visual Basic ist in STATISTICA integriert und stellt eine weitere
alternative Benutzeroberfläche dar, die die gesamte Funktionalität
von STATISTICA umfasst. Sie ist weit mehr als nur eine
Programmiersprache zur Erstellung erweiterter Anwendungen.
STATISTICA Visual
Basic nutzt die Objektmodell-Architektur von STATISTICA voll aus und
kann jeden Aspekt und nahezu jedes Detail der Funktionalität von
STATISTICA steuern. Selbst die kompliziertesten Analysen und Grafiken
lassen sich als Visual Basic-Makro aufzeichnen. Diese Makros kann man
später wiederholt ablaufen lassen, editieren oder aus Teilen von ihnen
andere Anwendungen zusammensetzen.
STATISTICA Visual Basic fügt der
reichen Standardsyntax von Microsoft Visual Basic einen Vorrat von über
10 000 neuen Funktionen hinzu und stellt damit eine der umfangreichsten
verfügbaren Entwicklungsumgebungen dar.
Anwendungen für STATISTICA Visual Basic-Programme. Das Spektrum der Anwendungen für STATISTICA Visual
Basic-Programme reicht von Makroaufzeichnungen zur Automatisierung
häufig auszuführender Arbeitsschritte bis zur Entwicklung komplexer
Analysesysteme, die optimierte Prozeduren von STATISTICA mit eigenen
Erweiterungen unter einer selbst erstellten Benutzeroberfläche verbinden.
Mit entsprechender Lizenzierung können erstellte Analyseskripts in
Systemumgebungen integriert werden, um aus unternehmenseigenen
Softwareanwendungen heraus oder über Internet/Intranet-Portale
ausgeführt zu werden.
Erzeugung von STATISTICA Visual Basic-Programmen. STATISTICA Visual Basic-Programme können auf zwei Weisen
erstellt werden: über die Aufzeichnung von Makros oder unter Verwendung
der STATISTICA Visual Basic-Entwicklungsumgebung. Diese beiden Methoden
lassen sich miteinander kombinieren, indem z.B. ein aufgezeichnetes Makro
später in der Entwicklungsumgebung modifiziert werden kann.
Für die Einarbeitung in STATISTICA Visual Basic bieten wir
regelmäßig Schulungen in
unserem Hamburger Schulungszenrum und
Inhouse-Schulungen
beim Kunden an. Unser Dienstleistungsspektrum umfasst auch die
Beratung zur Automatisierung von Prozeduren
in STATISTICA sowie das Programmieren
von Lösungen mit STATISTICA.
Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu:
Der einfachste Weg zur Erzeugung von
STATISTICA Visual
Basic-Programmen (Makros) ist die Aufzeichnung. Wenn Sie eine statistische
Berechnung (über das Menü
Statistik) oder eine Grafik
(über das Menü
Grafik) durchführen, wird der
entsprechende Visual Basic-Code mit allen gewählten Analysespezifikationen
und Ausgabeoptionen im Hintergrund aufgezeichnet. Um diesen Code anzuzeigen,
wählen Sie
Erzeuge Makro unter der Schaltfläche

(verfügbar in jedem Dialog zur Spezifikation einer
Analyse oder Grafik), wählen
Makro erzeugen aus dem Menü
Extras - Makro oder klicken die Schaltfläche

auf der
Statistik-Symbolleiste. Dieser Code lässt sich später
wiederholt ausführen oder editieren, indem man Optionen, Variablen- oder
Dateinamen verändert, Benutzeroberflächen hinzufügt, usw. Makros
können in
STATISTICA auf drei Weisen aufgezeichnet werden:
1. Analyse-Makros (Standard)
Per Voreinstellung beziehen sich die im Hintergrund aufgezeichneten
STATISTICA Visual Basic-Makros auf einzelne Analysen, die aus den
Menüs
Statistik oder
Grafik ausgewählt wurden (z.B.
Elementare Statistik, ANOVA, Scatterplots in Kategorien), und zwar ein
separates Makro pro Analyse. Aus diesen lassen sich später weitere
Anwendungen zusammenbauen.
2. Master-Makros (Protokolle mehrerer Analysen)
Möchten Sie dagegen nur eine einzige SVB-Programmdatei mit einer
Abfolge von interaktiv durchgeführten Analysen erzeugen (also ein
Analyseprotokoll einschließlich eventuell über das Menü
Daten vorgenommener Datenveränderungen), wählen Sie vor Beginn
der Analysen aus dem Menü
Extras - Makro Option
Protokollaufzeichnung der Analyse starten (Master-Makro).
3. Tastatur-Makros
Diese dritte (und wohl einfachste) Form der Makroaufzeichnung speichert
reine eingegebene Tastaturabfolgen und ignoriert dabei jegliche Information
über den Kontext, in dem die Tasten gedrückt wurden. Solche Makros
sind für die automatische Eingabe von Texten wie Kommentaren, Titeln oder
Auswahlbedingungen sinnvoll.
In der professionellen
STATISTICA Visual
Basic-Entwicklungsumgebung können Programme auch völlig neu
aufgebaut werden. Hierfür steht ein komfortabler Programmeditor mit einem
mächtigen Debugger (mit Haltepunkten etc.), einem intuitiven
Dialogeditor...
...und anderen Eigenschaften für den effizienten Aufbau von Code zur
Verfügung. Um den SVB-Editor anzuzeigen, wählen Sie Neu aus
dem Menü Datei und dort aus dem Dialog Neues Dokument
erzeugen das Register Makro-Programm (SVB).
STATISTICA Visual Basic-Programme können zum einen innerhalb
von
STATISTICA ausgeführt werden. Da
STATISTICA Visual Basic
aber zum Industriestandard kompatibel ist, können Programme auch aus
anderen Visual Basic-kompatiblen Umgebungen heraus ausgeführt werden (z.B.
Microsoft Excel, Microsoft Word oder einer reinen Visual Basic-Sprache). In der
Praxis bedeutet dies, dass Sie
STATISTICA-Funktionen aus Visual Basic in
einer anderen Applikation aufrufen können. Zu beachten ist dabei, dass
(anders als bei Funktionen aus Microsoft Visual Basic) für den Start eines
STATISTICA Visual Basic-Programms oder den Versuch,
STATISTICA-Funktionen aus anderen Anwendungen heraus aufzurufen, die
STATISTICA-Bibliotheken auf den ausführenden Computern vorhanden
sein müssen, damit die Funktionen ausgeführt werden können. Das
bedeutet, dass der Benutzer des Programms ein lizenzierter Anwender der
STATISTICA-Bibliotheken für die Prozeduren sein muss. Weiterhin sei
darauf hingewiesen, dass diese riesige
STATISTICA-Funktionsbibliothek
nicht nur dem Zugriff durch Visual Basic (dem eingebauten oder einem anderen)
offen steht, sondern auch Aufrufen von jeder anderen kompatiblen
Programmiersprache oder Umgebung wie z.B. C/C++, Java oder Delphi.
Leistungsfähigkeit von
STATISTICA Visual Basic-Programmen. Die
offensichtlichen Vorteile von Visual Basic (im Vergleich zu anderen Sprachen)
liegen in der einfachen Bedienbarkeit sowie der Bekanntheit bei einer
großen Anzahl von PC-Anwendern. Möglicher Nachteil von Visual
Basic-Programmen ist, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit geringer ist als
bei Anwendungen, die in einer Lower-Level-Programmiersprache (wie C) entwickelt
wurden. Dieses potentielle Problem besteht normalerweise aber nicht bei
STATISTICA Visual Basic-Anwendungen, vor allem wenn sie
hauptsächlich aus Aufrufen von Analysen, Grafiken und Datenmanipulationen
von
STATISTICA bestehen. Diese Prozeduren verwenden die
geschwindigkeitsoptimierte Technologie von
STATISTICA, um ähnlich
schnell ablaufen zu können, als wenn die entsprechenden Prozeduren direkt
in
STATISTICA durchgeführt würden.
Der Begriff ActiveX wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet
und seine Definitionen betonen unterschiedliche Aspekte des Konzepts. Innerhalb
von
STATISTICA lässt sich seine Verwendung in zwei allgemeine
Kategorien gruppieren: ActiveX-Objekte und ActiveX-Dokumente.
ActiveX-Objekte. Ein ActiveX-Objekt ist das, was früher
einmal als OLE (Object Linking and Embedding)-Objekt bezeichnet wurde.
Herzstück ist die Microsoft COM (Component Object Model)-Technologie, die
es ermöglicht, auf Objekte in vereinheitlichter Form zuzugreifen. Dank der
Verwendung von Standardprotokollen können Objekte, die in einer Anwendung
erstellt wurden, in einer anderen Anwendung gespeichert und editiert werden. Um
diese Funktionalität zu unterstützen, muss die Anwendung, die das
Objekt enthält, ein ActiveX-Objektclient sein, und die Anwendung, die das
Objekt ursprünglich generiert hat, ein ActiveX-Objektserver.
STATISTICA ist beides. Als ActiveX-Client erlaubt es STATISTICA,
Objekte aus anderen Anwendungen in ein Tabellen-, Grafik- oder Berichtsfenster
einzubetten und zu verknüpfen. Als ActiveX-Server ermöglicht es
STATISTICA, seine Tabellen und Grafiken in andere Anwendungen
einzubetten und zu verknüpfen.
ActiveX-Dokumente. ActiveX-Dokumente gehen mit der
ActiveX-Steuerung einen Schritt weiter, indem sie es erlauben, ganze Dokumente
in andere Anwendungen einzubetten. Ein ActiveX-Dokumentcontainer erlaubt es
anderen Anwendungen, dessen Dokumente in ihm zu benutzen, und ein ActiveX
Dokumentserver erlaubt es seinen Dokumenten, in einem beliebigen
ActiveX-Dokumentcontainer benutzt zu werden. STATISTICA kann wieder
beides. STATISTICA-Arbeitsmappen sind ActiveX-Dokumentcontainer und
ermöglichen die Anzeige von Dokumenten anderer ActiveX-Server innerhalb
von Arbeitsmappen. Beispiele hierfür sind Microsoft Word und Excel, deren
Dokumente direkt in STATISTICA-Arbeitsmappen verwendet werden
können. Ähnlich sind Tabellen, Grafiken und Berichte von
STATISTICA ActiveX-Dokumentserver, die in einen beliebigen
ActiveX-Dokumentcontainer wie z.B. dem Microsoft Internet Explorer platziert
werden können.
STATISTICA unterstützt die Object Linking und Embedding
(Verknüpfen und Einbetten; OLE)-Konventionen für die Verbindung von
Werten, Texten, Grafiken oder anderen Objekten in
STATISTICA-Dokumenten
(z.B. Tabellen oder Berichte) mit Dokumenten in anderen (Windows-) Anwendungen.
Technisch gesprochen können OLE-Verbindungen zwischen einer "Quell"-Datei
(oder Server; z.B. einem Microsoft Word-Dokument) und einem
STATISTICA-Dokument (die "Client"-Datei) aufgebaut werden, so dass sich
bei Veränderungen der Daten in der Quell-Datei die Daten im entsprechenden
Teil des
STATISTICA-Dokuments (Client-Datei) automatisch aktualisieren.
Darüber hinaus kann
STATISTICA als "Quell"-Datei (oder Server)
für andere OLE-kompatible Dokumente fungieren. Auf diese Weise lassen sich
Werte einer
STATISTICA-Tabelle mit einer Tabelle in einem Microsoft
Word-Dokument verbinden, so dass sich das Word-Dokument aktualisiert, sobald
Daten in der
STATISTICA-Tabelle verändert werden.
STATISTICA unterstützt die Dynamic Data Exchange
(Dynamischer Datenaustausch; DDE)-Konventionen. Man kann DDE-Verknüpfungen
zwischen einer "Quell-"Datei (oder Server; z.B. eine Microsoft Excel-Tabelle)
und einer
STATISTICA-Datendatei (der "Client"-Datei) aufbauen, so dass
Veränderungen der Daten der Quell-Datei zu einer automatischen
Aktualisierung des entsprechenden Teils der
STATISTICA-Tabelle
(Client-Datei) führen. So lassen sich Bereiche von Daten in der Tabelle
dynamisch mit einer Teilmenge von Daten anderer (Windows-) Anwendungen
verbinden. Eine typische Anwendung für die dynamische Verbindung zweier
Dateien wäre eine industrielle Umgebung, in der die
STATISTICA-Datendatei dynamisch verbunden ist mit einem Messgerät,
dass an eine serielle Schnittstelle angeschlossen ist (um z.B. automatisch
bestimmte Messungen stündlich zu aktualisieren). Wie beim OLE ist der
Aufbau dieser Prozeduren einfacher als es erscheinen mag und erfordert keine
technischen Kenntnisse über die Mechanismen des DDE.
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