Von Schadensbegrenzung zur Prozessintelligenz: Intelligente Quality Assurance für Pharma

Die phar­ma­zeu­ti­sche Pro­duk­ti­on ist in jeder Hin­sicht eine daten­rei­che Dis­zi­plin. Sen­so­ren erfas­sen tau­sen­de Para­me­ter pro Char­ge. Anla­gen erzeu­gen kon­ti­nu­ier­li­che Signal­strö­me. Und den­noch bleibt das Qua­li­täts­ma­nage­ment in den meis­ten Phar­ma­be­trie­ben trotz die­ser Daten­men­ge grund­le­gend retro­spek­tiv.

Abwei­chun­gen wer­den ana­ly­siert, nach­dem sie auf­ge­tre­ten sind. Ursa­chen wer­den iden­ti­fi­ziert, wenn das Pro­dukt bereits beein­träch­tigt ist. Kos­ten ent­ste­hen, bevor eine ein­zi­ge Kor­rek­tur­maß­nah­me ergrif­fen wur­de.

Dies ist kein Daten­pro­blem. Es ist ein Pro­blem des inte­grier­ten Pro­zess­ver­ständ­nis­ses – und eines, das fort­schritt­li­che Ana­ly­tik und KI nun in der Lage sind zu lösen.

Die Diskrepanz im Herzen der modernen Pharma-QA

Tra­di­tio­nel­le Qua­li­täts­sys­te­me wur­den für eine ande­re Ära ent­wi­ckelt. Char­gen­ori­en­tier­tes Den­ken, peri­odi­sche Über­prü­fungs­zy­klen und uni­va­ria­te SPC waren die rich­ti­gen Werk­zeu­ge als Daten knapp waren. Heu­te sind Pro­zess­da­ten hoch­di­men­sio­nal, kon­ti­nu­ier­lich und tief ver­netzt – den­noch bewer­ten die meis­ten QA-Sys­te­me Para­me­ter immer noch iso­liert und war­ten auf Grenz­wert­über­schrei­tun­gen, bevor sie aktiv wer­den.

Die Fol­ge ist vor­her­seh­bar: ver­meid­ba­re Nach­ar­beit, Char­gen­ab­leh­nun­gen, die hät­ten ver­hin­dert wer­den kön­nen, und ver­zö­ger­te Frei­ga­ben, die Lie­fer­ket­ten­ri­si­ken erzeu­gen. Schlech­te Qua­li­tät ist teu­er, und die meis­ten ihrer Kos­ten sind ver­meid­bar.

Von der Grenzwertüberwachung zur Trajektorienkontrolle

Die unmit­tel­bars­te Ver­än­de­rung, die fort­schritt­li­che Ana­ly­tik ermög­licht, ist der Über­gang von reak­ti­ver Grenz­wert­über­wa­chung zu pro­ak­ti­ver Tra­jek­to­ri­en­kon­trol­le. Statt zu fra­gen „Hat die­ser Para­me­ter sei­nen Grenz­wert über­schrit­ten?“, fragt das Sys­tem: „Wohin ent­wi­ckelt sich die­ser Para­me­ter, und wann wird er zum Pro­blem?“

Drift wird inner­halb von Warn­li­mits erkannt. Künf­ti­ges Ver­hal­ten wird vor­her­ge­sagt. Ein­grif­fe erfol­gen, bevor Über­schrei­tun­gen auf­tre­ten. Dies ist kei­ne gering­fü­gi­ge Ver­bes­se­rung. Es ist eine grund­le­gen­de Ver­än­de­rung der Funk­ti­ons­wei­se von Qua­li­täts­si­che­rung.

Den Prozess als Ganzes betrachten

Die Über­wa­chung ein­zel­ner Para­me­ter wird immer begrenzt sein, da Pro­zes­se kei­ne Samm­lun­gen unab­hän­gi­ger Varia­blen sind. Ein Aus­beu­te­ab­fall kann mit einer Kom­bi­na­ti­on aus Umge­bungs­feuch­tig­keit, Gerä­te­ver­schleiß und Roh­stoff­va­ria­bi­li­tät kor­re­lie­ren – von denen kei­nes ein­zeln einen Alarm aus­lö­sen wür­de.

Mul­ti­va­ria­te Pro­zess­über­wa­chung adres­siert dies direkt. Durch die gleich­zei­ti­ge Ana­ly­se aller Para­me­ter erken­nen KI-Model­le Mus­ter, die uni­va­ria­te Metho­den nicht sehen kön­nen. Eine Ursa­chen­ana­ly­se, die frü­her Wochen dau­er­te, kann auf Stun­den ver­dich­tet wer­den.

Verpackung und Maschinen als Qualitätssignale

Zwei wei­te­re Mög­lich­kei­ten wer­den kon­se­quent zu wenig genutzt. Ers­tens die Anla­gen­ge­sund­heit: KI-Model­le, die auf Vibra­ti­ons-, Druck- und Tem­pe­ra­tur­si­gna­le ange­wen­det wer­den, erken­nen Ver­schleiß­mus­ter, bevor es zu Aus­fäl­len kommt, um die Char­gen­in­te­gri­tät zu schüt­zen und unge­plan­te Still­stän­de in GMP-Umge­bun­gen zu eli­mi­nie­ren.

Zwei­tens die Ver­pa­ckungs­prü­fung: Anstatt visu­el­le Daten zu ver­wer­fen, sobald eine Bestehen/­Nicht­be­stehen-Ent­schei­dung getrof­fen wur­de, wan­delt KI-gestütz­te Com­pu­ter Visi­on die­se in einen kon­ti­nu­ier­li­chen Qua­li­täts­in­tel­li­genz-Feed um. Auf die­se Wei­se wer­den Feh­ler­mus­ter im Trend erfasst, Drift wird früh­zei­tig erkannt und Befun­de wer­den mit vor­ge­la­ger­ten Pro­zess­be­din­gun­gen kor­re­liert.

Integration als entscheidender Unterschied

Kei­ne die­ser Fähig­kei­ten ent­fal­tet ihren vol­len Wert iso­liert. Der Wert liegt in einer ein­heit­li­chen Intel­li­genz­schicht, die Daten aus allen Quel­len ver­bin­det, den Pro­zess­zu­stand kon­ti­nu­ier­lich bewer­tet und Erkennt­nis­se lie­fert, auf die Qua­li­täts­fach­leu­te in vali­dier­ten, audi­tier­ba­ren Rah­men reagie­ren kön­nen.

Dies ist die Rich­tung, in die sich das phar­ma­zeu­ti­sche Qua­li­täts­ma­nage­ment ent­wi­ckelt. Die Fra­ge für jeden QA-Lei­ter ist nicht ob man sich mit fort­schritt­li­cher Ana­ly­tik und KI befasst, son­dern wie schnell man die­se Kom­pe­tenz auf­baut und ob das Fun­da­ment vor­han­den ist, um sie zu ska­lie­ren.

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Stat­Soft lie­fert seit über 30 Jah­ren fort­schritt­li­che Ana­ly­se­lö­sun­gen für hoch­re­gu­lier­te Fer­ti­gungs­um­ge­bun­gen. Unse­re Lösun­gen wur­den spe­zi­ell für die Qua­li­täts­an­for­de­run­gen der phar­ma­zeu­ti­schen und indus­tri­el­len Fer­ti­gung ent­wi­ckelt.

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