Mit Spotfire 14.8 setzt sich die Strategie fort, Analyseprozesse intelligenter, effizienter und anwenderfreundlicher zu gestalten. Zwei Entwicklungen ragen dabei als zentrale Neuerungen heraus: die Weiterentwicklung von Spotfire Copilot 2.3 zu einer echten Orchestrierungsschicht für KI-gestützte Workflows sowie eine erhebliche Erweiterung der nativen Analysemöglichkeiten durch die Integration von Statistica-Algorithmen, neuen statistischen Overlays und branchenspezifischen Visualisierungen. Ergänzt werden diese Highlights durch ein umfassend modernisiertes Visualisierungserlebnis und zahlreiche Effizienzverbesserungen.
Im Folgenden geben wir einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Neuerungen.
Spotfire Copilot 2.3 – Vom Assistenten zur orchestrierenden KI-Schicht
Eine zentrale Neuerung in Spotfire 14.8 ist die Weiterentwicklung des Spotfire Copilot. In Version 2.3 entwickelt sich Copilot von einem textbasierten Helfer zu einer orchestrierenden Schicht, die komplexe analytische Workflows steuern kann. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, externe Agenten und Modelle – etwa Python-Pipelines oder ML-Modelle – direkt einzubinden. Analytische Berechnungen, Modellierungsprozesse oder Datenvorbereitungsschritte können damit direkt aus Spotfire angestossen und in derselben Analyseumgebung ausgewertet werden.
Zudem wurden Kontextverarbeitung und Nutzerfeedback verbessert. Anwender können Copilot gezielt lenken und durch integrierte Feedback-Optionen zur Verfeinerung der Ergebnisse beitragen. Die neu eingeführten persistenten Sitzungen ermöglichen es, längere analytische Dialoge über mehrere Sitzungen hinweg fortzusetzen.
Damit wird Spotfire Copilot zu einem flexiblen Framework für intelligentere, vernetztere und automatisierbare Analyseprozesse – mit voller Transparenz und Kontrolle für Anwenderinnen und Anwender.
Neue analytische Funktionen in Spotfire 14.8
Spotfire 14.8 bringt eine große Erweiterung analytischer und statistischer Funktionen – insbesondere durch die native Integration von Statistica-Algorithmen sowie durch neue visuelle Analysewerkzeuge. Damit lassen sich anspruchsvolle statistische Modelle, datenintensive Engineering-Analysen und branchenspezifische Workflows direkt in Spotfire durchführen.
Integration von 23 Statistica-Algorithmen
Erstmals stehen zentrale Verfahren aus Statistica direkt in Spotfire zur Verfügung. Dazu gehören:
- Machine Learning: Random Forest (Regression & Klassifikation), Boosted Trees, K-Means, Modellscoring, Validierungsverfahren, Feature-Selection.
- Statistik: Deskriptive Statistik, gruppenweise Kennzahlen, Pearson und nichtparametrische Korrelationen (Spearman, Gamma, Kendall Tau), PCA, Qualitätskontroll-Charts.
- Zeitreihenanalyse: Auto- und Kreuzkorrelationen, Glättungsverfahren.
- Datenaufbereitung: Box-Cox-Transformationen.
Damit wird Spotfire zum durchgängigen Analysewerkzeug – vom Rohdatensatz bis zur Modellierung.
Statistische Overlays direkt in Visualisierungen
Mit der neuen „Statistics Layer“ lassen sich Kennzahlen wie Mittelwert, Standardabweichung, Yield-Prozent oder benutzerdefinierte KPIs direkt im Diagramm anzeigen. Dies macht Dashboards kompakter, verständlicher und reduziert die Notwendigkeit externer Zusammenfassungen.
Referenzlinien mit kategoriebasierten Werten auf kontinuierlichen Achsen
Eine wichtige Erweiterung: Referenzlinien können nun auch bei kontinuierlicher X-Achse unterschiedlich pro Kategorie angezeigt werden (z. B. pro Maschine, Produkt oder Standort). Dies ermöglicht:
- dynamische Qualitätszonen und individuelle Schwellenwerte
- Capability-Zonen (Cp/Cpk)
- Benchmark-Vergleiche über die Zeit
Diese Erweiterung beseitigt bisherige Einschränkungen und eröffnet deutlich mehr analytische Flexibilität.
Neue spezialisierte Visualisierungen und Branchenwerkzeuge
Spotfire 14.8 bringt mehrere neue Visualisierungen und Analyseaktionen mit sich, darunter:
- Process Map Visualization für Process Mining
- Task & Resource Timeline für Planung und Ressourcenanalysen
- Stiff Diagram zur geochemischen Wasseranalyse
- Petrophysics Calculator für Porosität, TOC & Volume of Shale
- Well Log Templates für standardisierte Bohrdatenansichten
- Well Trajectory Analysis 2D/3D-Modellen für Bohrpfade
Damit wird Spotfire insbesondere für Energie-, Chemie-, Fertigungs- und Engineering-Anwendungen deutlich leistungsfähiger.
Verbesserungen in Visualisierung und Autorenerlebnis
Neben den oben beschriebenen Kernneuerungen liefert Spotfire 14.8 eine Reihe von Verbesserungen rund um die Visualisierungserstellung. Das moderne Eigenschaften-Panel wird zur neuen Standardoberfläche, und gezielte Optimierungen bei Trellis-Darstellungen, Spaltenverwaltung und geografischen Hierarchien machen die tägliche Analysearbeit schneller und intuitiver.
Modernes Visualisierungserlebnis als Standard
Mit Version 14.8 wird die moderne Eigenschaften-Seitenleiste zur Standardoberfläche für die Visualisierungserstellung – sowohl im Web-Client als auch im Windows-Client. Die neue Oberfläche ist klar strukturiert, kontextsensitiv und deutlich übersichtlicher als die klassischen Dialoge. Einstellungen erscheinen nur dann, wenn sie relevant sind, und ein integrierter Suchbereich erleichtert das Finden spezieller Optionen.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, mehrere Visualisierungen gleichzeitig zu bearbeiten oder Konfigurationen einfach per Drag & Drop wiederzuverwenden. Für Teams, die noch mit klassischen Dialogen arbeiten möchten, ist im Windows-Client weiterhin ein Rückschalten möglich – ein durchdachter Übergang für heterogene Nutzergruppen.
Verfeinerte Visualisierungserstellung
Neben dem neuen Standard-UI liefert Spotfire 14.8 zahlreiche Verbesserungen, die die Nutzung weiter optimieren. Dazu zählen eine erweiterte Unterstützung für geografische Hierarchien, detailliertere Konfigurationsmöglichkeiten für Karten-Layer sowie Optimierungen bei Farbschemata und Gruppierungen. Dutzende weitere kleinere Verbesserungen – von Performance-Updates bis zu optimierten Bedienablaufen – runden das modernisierte Visualisierungskonzept ab und schaffen ein reiferes, effizienteres Nutzungserlebnis.
Verbesserungen für Trellis-Darstellungen in datenintensiven Branchen
Für Analysen, in denen zahlreiche Trellis-Darstellungen genutzt werden – etwa in der Halbleiteranalyse, der Fertigung oder der Prozessindustrie –, bringt Spotfire 14.8 zwei wichtige Neuerungen:
- Markieren eines gesamten Trellis-Panels per einfachem Klick: Ein Klick auf den Panel-Header markiert sofort alle darin enthaltenen Datenpunkte – ein großer Effizienzgewinn gegenüber manuellem Ziehen oder manueller Auswahl.
- Seitenweises Anzeigen von Trellis-Gruppen: Panels lassen sich jetzt gruppenbasiert „durchblättern“, etwa los- oder produktgruppenweise. Dies verbessert Struktur, Übersichtlichkeit und Genauigkeit in Analyse-Workflows erheblich.
Verbesserte Spaltenverwaltung für flüssigere Datenprozesse
Auch die Spaltenverwaltung wurde deutlich verbessert. Der Menüpunkt Daten > Spalteneigenschaften führt nun zum modernisierten Data Panel, was den Übergang von älteren Workflows erleichtert. Zudem können berechnete, gruppierte oder hierarchische Spalten direkt im Data Panel erstellt werden – ohne Umwege über gesonderte Dialoge. Klare Kennzeichnungen für eingefügte vs. importierte Spalten erhöhen die Transparenz in breiten Datensätzen, und Sortieroptionen nach Spaltentyp schaffen zusätzliche Orientierung im Analyseprozess.
Fazit
Spotfire 14.8 ist ein umfassendes, richtungsweisendes Release. Die Verbesserungen reichen von smarten KI-gestützten Workflows über ein modernisiertes Visualisierungserlebnis bis hin zu robusten analytischen Funktionen und neuen Branchenwerkzeugen. Viele der Neuerungen sorgen nicht nur für mehr Effizienz, sondern erweitern die analytischen Möglichkeiten erheblich – ein großer Gewinn für Datenexpertinnen und -experten in unterschiedlichsten Industrien.
